Humor muss auch mal sein.
In meinen 400 hundertsten Beitrag wollte ich nicht so einfach ein Grinsen vergeuden.
Außerdem denke ich, hat Realist recht, man kann ein Thema auch „zerquatschen“. Und manchmal ist es besser den Mund zu halten, wenn sich die Antwort zu weit vom eigentlichen Thema entfernt und dies wäre wohl mit meiner nächsten Antwort passiert.
So widme ich diesen neuen Thread dem Schlaraffenland und dem Narrenschiff und den Fabeln, die oft mehr über uns aussagen als wir wahrhaben wollen.
Mein gefühltes Schlaraffenland
Wir Betroffenen haben das beste Leben der Welt. Für uns springen und laufen andere um uns ständig zu bedienen. Wir haben alle Vorzüge eines Monarchen, der für alle seine Handhabungen seine Bedienstete scheucht. Leider sind die Leibeigenen noch nicht soweit für uns das Kauen und Schlucken zu übernehmen und den Toilettengang müssen wir auch noch selbst verrichten. Aber wir arbeiten daran, äh wir lassen daran arbeiten.
Bitte die nächsten zwei Fabeln von G. E. Lessing mit Humor zu nehmen.
Der Hirsch*
Die Natur hatte einen Hirsch von mehr als gewöhnlicher Größe gebildet, und an seinem Halse hingen ihm lange Haare herab. Da dachte der Hirsch bei sich selbst: Du könntest dich ja wohl für ein Elend ansehen lassen. Und was tat der Eitle, ein Elend zu scheinen? Er hing den Kopf traurig zur Erde und stellte sich, sehr oft das böse Wesen zu haben.*So glaubt nicht selten ein witziger Geck, daß man ihn für keinen schönen Geist halten werde, wenn er nicht über Kopfweh und Hypochonder klage.
*
Der Rangstreit der Tiere** **************************************** in vier Fabeln* *
1.*Es entstand ein hitziger Rangstreit unter den Tieren. Ihn zu schlichten, sprach das Pferd: "Lasset uns den Menschen zu Rate ziehen, er ist keiner von den streitenden Teilen und kann desto unparteiischer sein."*"Aber hat er auch den Verstand dazu?" ließ sich ein Maulwurf hören. "Er braucht wirklich den allerfeinsten, unsere oft tief versteckten Vollkommenheiten zu erkennen."*"Das war sehr weislich erinnert!" sprach der Hamster.*"Jawohl!" rief auch der Igel. "Ich glaube es nimmermehr, daß der Mensch Scharfsichtigkeit genug besitzt."*"Schweigt ihr!" befahl das Pferd. "Wir wissen schon: wer sich auf die Güte seiner Sache am wenigsten zu verlassen hat, ist immer am fettigsten, die Einsicht seines Richters in Zweifel zu ziehen."* *
2.*Der Mensch ward Richter. - "Noch ein Wort", rief ihm der majestätische Löwe zu, "bevor du den Ausspruch tust! Nach welcher Regel, Mensch, willst du unsern Wert bestimmen?"*"Nach welcher Regel? Nach dem Grade, ohne Zweifel", antwortete der Mensch, "in welchem ihr mir mehr oder weniger nützlich seid."*"Vortrefflich!" versetzte der beleidigte Löwe. "Wie weit würde ich alsdann unter den Esel zu stehen kommen! Du kannst unser Richter nicht sein, Mensch! Verlaß die Versammlung!"* * *
3.*Der Mensch entfernte sich. - "Nun", sprach der höhnische Maulwurf - (und ihm stimmten der Hamster und der Igel wieder bei) - "siehst du, Pferd? Der Löwe meint es auch, daß der Mensch unser Richter nicht sein kann. Der Löwe denkt wie wir."*"Aber aus bessem Gründen als ihr!" sagte der Löwe und warf ihnen einen verächtlichen Blick zu.* * *
4.*Der Löwe fuhr weiter fort: "Der Rangstreit, wenn ich es recht überlege, ist ein nichtswürdiger Streit! Haltet mich für den Vornehmsten oder für den Geringsten; es gilt mir gleichviel. Genug, ich kenne mich!" - Und so ging er aus der Versammlung.*Ihm folgte der weise Elefant, der kühne Tiger, der ernsthafte Bär, der kluge Fuchs, das edle Pferd, kurz, alle, die ihren Wert fühlten oder zu fühlen glaubten.*Die sich am letzten wegbegeben und über die zerrissene Versammlung am meisten murrten, waren - der Affe und der Esel.*
Damit nicht ein falscher Gedanke aufkommt, antworte ich doch noch einmal in meinem Thread davor.
Einen lieben Gruss
Uschi
*
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In meinen 400 hundertsten Beitrag wollte ich nicht so einfach ein Grinsen vergeuden.
Außerdem denke ich, hat Realist recht, man kann ein Thema auch „zerquatschen“. Und manchmal ist es besser den Mund zu halten, wenn sich die Antwort zu weit vom eigentlichen Thema entfernt und dies wäre wohl mit meiner nächsten Antwort passiert.
So widme ich diesen neuen Thread dem Schlaraffenland und dem Narrenschiff und den Fabeln, die oft mehr über uns aussagen als wir wahrhaben wollen.
Mein gefühltes Schlaraffenland
Wir Betroffenen haben das beste Leben der Welt. Für uns springen und laufen andere um uns ständig zu bedienen. Wir haben alle Vorzüge eines Monarchen, der für alle seine Handhabungen seine Bedienstete scheucht. Leider sind die Leibeigenen noch nicht soweit für uns das Kauen und Schlucken zu übernehmen und den Toilettengang müssen wir auch noch selbst verrichten. Aber wir arbeiten daran, äh wir lassen daran arbeiten.
Bitte die nächsten zwei Fabeln von G. E. Lessing mit Humor zu nehmen.
Der Hirsch*
Die Natur hatte einen Hirsch von mehr als gewöhnlicher Größe gebildet, und an seinem Halse hingen ihm lange Haare herab. Da dachte der Hirsch bei sich selbst: Du könntest dich ja wohl für ein Elend ansehen lassen. Und was tat der Eitle, ein Elend zu scheinen? Er hing den Kopf traurig zur Erde und stellte sich, sehr oft das böse Wesen zu haben.*So glaubt nicht selten ein witziger Geck, daß man ihn für keinen schönen Geist halten werde, wenn er nicht über Kopfweh und Hypochonder klage.
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Der Rangstreit der Tiere** **************************************** in vier Fabeln* *
1.*Es entstand ein hitziger Rangstreit unter den Tieren. Ihn zu schlichten, sprach das Pferd: "Lasset uns den Menschen zu Rate ziehen, er ist keiner von den streitenden Teilen und kann desto unparteiischer sein."*"Aber hat er auch den Verstand dazu?" ließ sich ein Maulwurf hören. "Er braucht wirklich den allerfeinsten, unsere oft tief versteckten Vollkommenheiten zu erkennen."*"Das war sehr weislich erinnert!" sprach der Hamster.*"Jawohl!" rief auch der Igel. "Ich glaube es nimmermehr, daß der Mensch Scharfsichtigkeit genug besitzt."*"Schweigt ihr!" befahl das Pferd. "Wir wissen schon: wer sich auf die Güte seiner Sache am wenigsten zu verlassen hat, ist immer am fettigsten, die Einsicht seines Richters in Zweifel zu ziehen."* *
2.*Der Mensch ward Richter. - "Noch ein Wort", rief ihm der majestätische Löwe zu, "bevor du den Ausspruch tust! Nach welcher Regel, Mensch, willst du unsern Wert bestimmen?"*"Nach welcher Regel? Nach dem Grade, ohne Zweifel", antwortete der Mensch, "in welchem ihr mir mehr oder weniger nützlich seid."*"Vortrefflich!" versetzte der beleidigte Löwe. "Wie weit würde ich alsdann unter den Esel zu stehen kommen! Du kannst unser Richter nicht sein, Mensch! Verlaß die Versammlung!"* * *
3.*Der Mensch entfernte sich. - "Nun", sprach der höhnische Maulwurf - (und ihm stimmten der Hamster und der Igel wieder bei) - "siehst du, Pferd? Der Löwe meint es auch, daß der Mensch unser Richter nicht sein kann. Der Löwe denkt wie wir."*"Aber aus bessem Gründen als ihr!" sagte der Löwe und warf ihnen einen verächtlichen Blick zu.* * *
4.*Der Löwe fuhr weiter fort: "Der Rangstreit, wenn ich es recht überlege, ist ein nichtswürdiger Streit! Haltet mich für den Vornehmsten oder für den Geringsten; es gilt mir gleichviel. Genug, ich kenne mich!" - Und so ging er aus der Versammlung.*Ihm folgte der weise Elefant, der kühne Tiger, der ernsthafte Bär, der kluge Fuchs, das edle Pferd, kurz, alle, die ihren Wert fühlten oder zu fühlen glaubten.*Die sich am letzten wegbegeben und über die zerrissene Versammlung am meisten murrten, waren - der Affe und der Esel.*
Damit nicht ein falscher Gedanke aufkommt, antworte ich doch noch einmal in meinem Thread davor.
Einen lieben Gruss
Uschi

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